Wieder in guter Gesellschaft? Teil 2
Aus dem unerschrockenen Lese-Land
(Zitiert und zusammengestellt aus Kulke, U./Mohr, R. (Hrsg.), Wenn das Denken die Richtung ändert. Warum wir nicht mehr links sind.)
Monika Gruber
Kabarettistin,
Spiegel-Bestseller-Autorin
Sie schreibt über 2015:
„Für mich markiert diese Zeit den
Wendepunkt, an dem mir auffiel, dass es bei den Nachrichten-sendungen der
öffentlich-rechtlichen Programme nicht mehr um Fakten, sondern um Meinung ging.
Das war für mich der Beginn des betreuten Denkens: Jede noch so kleine
Information wurde sofort vom Moderator ‚eingeordnet‘, da der Bürger ja
plötzlich offenbar zu doof war, um sich seine eigene Meinung zu bilden.“[1]
Hubert Kleinert
ehemaliger Grünen-Politiker und
Landesvorsitzender der hessischen Grünen; lehrt Politik und Verfassungsrecht in
Gießen
„Für mich wie für viele andere
unter den jüngeren Linken hatte bis dahin gegolten, dass allein eine
postnationale europäische Identitätsfindung eine vernünftige Perspektive für
deutsche Politik nach den Verbrechen des Naziregimes weisen konnte. … Daraus erwuchs
eine im internationalen Vergleich beispiellose Delegitimierung des Nationalen.“[2]
Harald Martenstein
Journalist, Schriftsteller und
Kolumnist
„Links zu sein bedeutet, dass
man von Freiheit und Vielfalt redet und Freiheit und Vielfalt beseitigt, sobald
man am Ruder ist. … die Linke wurde woke und entdeckte neue Zielgruppen. Sie
war jetzt queer und feministisch und antirassistisch, was konkret bedeutete,
dass jetzt die Weißen anstelle der Unternehmer an allem schuld waren. … Ich
war, wie damals in der DKP, … ein Faschist geworden. … Das nämlich ist, wenn
gar nichts mehr geht, die letzte Trumpfkarte der Linken. Dieses Ass kommt am
Ende immer: Wer unsere Politik ablehnt, ist eine Art Faschist.“[3]
Dieter Nuhr
Kabarettist, Komiker, Autor,
Künstler, Fernsehmoderator
„Spätestens mit der Entwicklung
der postkolonialistisch-woken Ideologie, die die westliche Wirtschafts- und
Lebensweise per se zum Verbrechen deklarierte und die Hautfarbe wieder als
wesentliches Kriterium zur Unterscheidung von Gut und Böse erklärte, glitt die
Linke vollständig ins Absurde ab. … Alte, weiße Männer bildeten fortan die
niederste Stufe der Existenz. … Es war … offene Zielsetzung der Linken, über
woke Sprachregulierung bis tief ins Private und Unterbewusste der Menschen
vorzudringen. … Man (versuchte), die Bevormundung der Menschen über die
Manipulation ihrer Kommunikation voranzutreiben. …
Es ist (aber) nicht wichtig, in
welcher Ecke man verortet wird, es zählt nur, ob etwas wahr ist oder falsch.“[4]
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