Mentalitätswandel in Deutschland

Hat sich die Mentalität der Deutschen geändert?

Wir haben es mit einem „gravierenden Wertewandel seit Beginn des 21. Jahrhunderts[1] zu tun. Die Bundeszentrale für Politische Bildung konstatiert sogar schon für die Zeit nach den 1980er Jahren so starke Veränderungen, dass man kaum noch von einer „deutschen Kultur“ sprechen könne[2].

Die Zuwanderung aus anderen Sprachen und Kulturen durch die Migration ist einer der Gründe, der die kulturelle Prägung durch gleiche Sprache und gemeinsame Herkunft hat in den Hintergrund treten lassen. Europäisierung und Globalisierung, die Priorisierung von Weltoffenheit gegenüber der Betonung des Nationalgefühls und vieles mehr aus dem öffentlichen Diskurs, haben das Ihre dazu beigetragen.

Hat sich neben den Veränderungen in der Gesellschaft auch der Bereich von Lern- und Arbeitswelt gewandelt?

Die Mentalität der Deutschen früher[3], ihre sprichwörtlichen Tugenden wie Fleiß, Organisiertheit, Gründlichkeit und vor allem Ordnung sind durch den Hitlerismus in Verruf geraten, weil auch diese Sekundärtugenden – unbegleitet von Menschlichkeit – den Holocaust ermöglichten. Diese Erkenntnis hat in den Köpfen der Deutschen negative Spuren hinterlassen[4].

„Diese (deutsche) Gesellschaft ist nicht nur durch falsche Ideen angeschlagen, sondern durch verlorene Gewohnheiten. Falsche Ideen machen falsche Gewohnheiten, und die sind ansteckend. Pflichtgefühl, Verantwortung, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit – Tugenden, die früher den Alltag trugen, wurden verspottet.“[5]



[1] https://werteland.com/enzyklopaedie/mentalitaet

[2] Siehe "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Michael Hofmann für bpb.de

[3] Die Mentalitätsforschung als Teildisziplin der Geschichtswissenschaft beschäftigt sich mit solchen Fragen.

[4] https://www.nzz.ch/meinung/die-krise-in-deutschland-liegt-auch-am-verfall-der-sekundaertugenden-ld.1922248

[5] Ebda.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog